Kapitel 21 Zukunftsforschung Beiträgen

Kapitel21 hat gewählt …

am 15. November 2019 wurde in der Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand des Alumni-Netzwerks gewählt.

Diesmal haben sich viele vom Vorstandsamt verabschiedet, die die Gründung des Kapitels in 2014 initiiert und das Alumni-Netzwerk  mit Leben gefüllt haben. Daher möchten wir uns bei Julian Kattinger – ehemaliger Vorsitzender, Josefa Kny – ehemalig Öffentlichkeitsarbeit und Sascha Dannenberg – ehemalig Kooperationen, Nele Fischer – ehemalig Finanzen sowie Benjamin Jadkowski - ehemaliger Studierendenvertreter ganz herzlich bedanken!

Im Kapitel21 Vorstand hat ein Generationswechsel statt gefunden, denn zu zwei bekannten sind drei neue Gesichter dazugekommen: Bekannt sind Kai Gondlach, ehemaliges Gründungsvorstandsmitglieder jetzt wieder als stellvertretender Vorsitzende dabei und Stefanie Ollenburg, seit 2017 im Vorstand nun Vorstandsvorsitzende. Neu dabei sind Franziska Schönfeld als Ansprechpartnerin für Öffentlichkeitsarbeit, Christiane Leifke übernimmt den Posten Finanzen und für Kooperationen sowie Arbeitsgruppen haben wir Max Priebe gewinnen können.

Schon in einer ersten Vorstand-Telefonkonferenz zur Übergabe von Verantwortlichkeiten, merkte man bereits die frische Brise, die durch das Kapitel21 weht. Es wurde ein Vorstand gewählt, der eine neue Energie und Ideen mitbringt, um gemeinsam mit den über 100 Kapitel-Mitgliedern Veranstaltungen und Vernetzungsmöglichkeiten umzusetzen.

Nach der konstituierenden Vorstandssitzung am 18. Dez 2019 wird der gewählte Vorstand sicherlich einiges, an Neuigkeiten zu berichten haben. Mit vielen Impulsen zur Ausgestaltung, können wir gespannt sein auf eine interessante Zukunft für das Kapitel21 und seine Mitglieder!

Bis bald und viele Grüße
Die Redaktion Kapitel21-Zukunftsforschung

Den neuen Vorstand kennen lernen.

Allgemein Alumni Master Zukunftsforschung Veranstaltungen

Zukunftsforschung über e-Learning – geht das?

Im Kapitel21-Zukunftsforschung wird immer wieder gerne diskutiert und es gibt auf jeder Veranstaltung viele Möglichkeiten des Austausches. Mitglieder haben somit eine gute Chance hier ihre Ideen auch zu Lern- und Lehrangeboten einzubringen.

Am Institut Futur ist z.B. nicht nur der Master Zukunftsforschung angesiedelt, sondern auch das EU-Projekt beFORE - becoming future-oriented entrepreneurs in universities and companies, das über ein Erasmus+ knowledge Alliance Programm finanziert wird. Am 26. November wird das Konsortium auf der Abschlusskonferenz des Projektes in Pisa, Italien die Ergebnisse präsentieren.

Doch schon auf der Mitgliederversammlung hatten wir im Kapitel21 die Chance darüber zu diskutieren. Denn gerade für Zukunftswissenschaftler*innen ist eine solche Plattform sicherlich auch kritisch zu betrachten, denn sie hat die Intention, Interessierten einen Einblick in den Bereich der Zukunftswissenschaften zu geben.

Doch ist dies wirklich per Online-Angebot möglich? Braucht es nicht mehr als nur Wissensvermittlung? Braucht es nicht viel Raum für Austausch und Diskussion? Und welche Inhalte sind wirklich auf diese Art und Weise zu vermitteln? Viele Fragen, die vielleicht in einem Folgeprojekt weiter bearbeitet werden können.

Wer mehr zum Projekt wissen möchte, findet auf der Website des Projektes Informationen und das e-Learning Material! Die Projektpartner freuen sich auf Feedback! http://futureoriented.eu/

beFORE-logo

Allgemein Futurium Master Zukunftsforschung Veranstaltungen

Am Tisch Futurium
©Foto Futurium 2018 von Jan Windszus

Am Abend des 7. Juni öffnete das Futurium im Rahmen seiner Werkstattwochen die Pforten mit einem vielfältigen Pre-Opening-Programm aus Debatten, Workshops und interaktiven Installationen. Für die interessierte Öffentlichkeit wurde eine Reihe von Workshops angeboten. Im Zentrum stand die Mission des Labs: Selbermachen – daher ersteckten sich die Themen von Visionen im DIY, Open Source, Co-Design bis hin zur Zukunftsgestaltung.

Das Kapitel 21 war eingeladen aktiv ein „World Café“ mitzugestalten. An unserem Tisch diskutierten unsere Vertreter*innen, Julian Kattinger und Stefanie Ollenburg, mit Besucher*innen zum Thema „Zwischen Zukunftsforschung und Zukunftsgestaltung in Zeiten des Wandels“. In zwei Durchläufen sprachen die Teilnehmer*innen zunächst darüber, welche Schwierigkeiten sie aus ihrer Perspektive im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis wahrnehmen.

Dabei identifizierten sie Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen – so beispielsweise die Gesetzgebung, die sich nicht an aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert. Auch das Hochschulsystem wurde thematisiert, in dem theoretisch ausgerichteten Universitäten noch immer höheres Ansehen genießen als angewandte Hochschulen – und das obwohl erstere viele praxisorientierte Kompetenzen, die als entscheidend für den Transformationsprozess gelten können, weniger vermitteln können oder gar möchten. Aufbauend auf einer Vielzahl von Kritikpunkten regten wir anschließend dazu an, Ideen und Lösungsansätze zu erwägen, um beispielsweise relevante Akteure für zukünftige Transformationsprozesse zu befähigen. Die Teilnehmer*innen nannten konkrete Ansätze wie das Bedingungslose Grundeinkommen oder schlugen ein „Streetworker“-Modell vor, um sich in der Praxis um Bildung für Nachhaltige Entwicklung zu kümmern. Um die Vernetzung von Forschung und Praxis zu verbessern, wurden auch strukturelle Veränderungen im Bildungssystem bedacht; so könnte Wissenschaft zum Beispiel über Storytelling-Ansätze einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Natürlich konnten wir das komplexe Thema an einem Abend nur in Ansätzen diskutieren. Dennoch hat es großen Spaß gemacht, mit engagierten Menschen unterschiedlichster Herkunft, Fachexpertise und Alters ins Gespräch zu kommen und gemeinsam aus der Vielfalt an Perspektiven zu schöpfen.

Wir bedanken uns herzlich beim Futurium für die Einladung zum Mitwirken und freuen uns nach dem vielversprechenden Auftakt im Rahmen der Werkstattwochen auf die weitere zukünftige Zusammenarbeit.

Futurium Lab start    moderationskarten mit Ideen

Allgemein Futurium Veranstaltungen

Impression aus der Ausstellung
Vielfältige Impressionen in der Ausstellung; Foto: Stefanie Ollenburg

Am 9. Januar 2018 trafen wir uns zum Jahresauftakt in der Friedrichstraße im DRIVE Volkswagen Forum zur „SHIFT – Die Nachhaltigkeitsausstellung der Volkswagen Group“. Die Idee kam nicht aus den Reihen der Alumni sondern des aktuellen Jahrgangs des Masters Zukunftsforschung 2016-18 – Danke an Bene für die Organisation!

Daher waren diesmal auch viele der aktuell Studierenden dabei, die gemeinsam mit den Alumni die Chance wahrnahmen, sich mit Kommiliton*innen zu treffen und auszutauschen.

Für die Ausstellung erhielten wir unseren persönlichen Guide, der uns die einzelnen Exponate erklärte. Schnell bemerkte er, dass wir nicht ganz unbewandert in den Themen Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit waren. Er war bemüht inhaltlich konkreter zu werden oder uns zumindest seine Perspektive auf die Ausstellung zu vermitteln. Es gab viel zu entdecken, wie zum Beispiel den Bereich, der sich mit künstlicher Intelligenz auseinandersetzt. Ein Experiment wurde vorgestellt, bei dem Versuchspersonen glaubten mit einer KI zu kommunizieren. Die aus den Chats zusammengetragenen Gespräche verliefen von mondän bis hoch philosophisch – schön wäre es, daraus ein Buch zu machen.

Unter uns Zukunftsforschenden gab es viel Diskussionsbedarf, aber auch unser Guide wurde mit Kontroversen konfrontiert. Es scheint wohl nicht einfach zu sein, über 20 Zukunftsforschenden eine Ausstellung nahe zu bringen, in der Technologie, Mobilität und Nachhaltigkeit aus Sicht des Automobilkonzern Volkswagen gezeigt wird. Da muss man mit Kritik umgehen können.

Die Hälfte der Teilnehmenden diskutierte dann in der nahegelegenen Bierbörse noch weiter. Ein neues Mitglied konnten wir gewinnen – herzlich willkommen beim Kapitel21, Jonas.

Es war ein gelungener Abend.

Ein Beitrag von Stefanie Ollenburg

Allgemein Alumni Veranstaltungen

Impression vom Wahlvorgang
Impression vom Wahlvorgang

Am 14. Juli 2017 hat die Mitgliederversammlung für einen neuen Vorstand des Alumni-Netzwerks abgestimmt.

Durch die Wahl ist der Vorstand auf sechs Personen angewachsen; erstmalig stellen auch die (noch) Studierenden einen Vertreter im Vorstand. Damit sind inzwischen vier von sieben Jahrgängen im Vorstand des Kapitels repräsentiert. Mehr Jahrgänge, mehr Ideen, mehr kohortenübergreifender Austausch!

Den neuen Vorstand kennen lernen.

Allgemein Veranstaltungen

Am 13. Juli 2017 lud die AG Visionsbildung und Strategie zum Workshop ein, um mit allen interessierten Mitgliedern gemeinsam an einer Vision für das Kapitel21 zu arbeiten.
In drei Arbeitsphasen wurden Inhalte für den weiteren Prozess generiert. Nachdem zunächst alle Teilnehmer*innen individuell den IST-Zustand des Kapitels analysierte, wurde anschließend in Gruppen diskutiert und geclustert. Das gleiche Prozedere führten die Teilnehmenden für den wünschenswerten SOLL-Zustand des Kapitels durch. Zum Abschluss haben die Anwesenden konkrete Ideen samt grober Umsetzungspläne entwickelt, um eine der vorher erkannten Lücken zwischen IST- und SOLL-Zustand zu überwinden. In der Abschlussrunde wurden die Ideen bei einem Glas Wein oder Wasser geteilt und diskutiert. Die Stimmung machte Mut, dass einige Ideen Wirklichkeit werden. Die konkreten Ergebnisse werden aufgearbeitet und an alle Mitglieder versendet, mit der Möglichkeit, eigene Ideen und Impressionen beizutragen.

Fragen zum Prozess? Mitmachen in der AG?

vorstand[ät]kapitel21-zukunftsforschung.de

Allgemein Veranstaltungen

Zukunftsforschung ist die wissenschaftliche Analyse von Zukunftsbildern. Durch ihre Ergebnisse werden mögliche, wahrscheinliche und wünschbare – oder vermeidenswerte –  Zukünfte in ihrer Vielfalt sichtbar gemacht und zur Diskussion gestellt. Zukunftsforschung ist also keine reine Bestandsaufnahme, sondern setzt Impulse, regt Diskussionen an und lädt ein zu Perspektivenwechsel und zum Denken in Alternativen.

Die Bewerbung für den Studiengang ist jetzt möglich und läuft bis zum 30. April! Weiterführende Infos finden sich hier.

Das erste Infotreffen findet Mittwoch, am 22. Februar um 17 Uhr, im Institut Futur statt.

Studieninteressierte können sich mit ihren Fragen auch gern beim Vorstand des Kapitel21 melden – wir vermitteln gern Alumni und Studierende als Gesprächspartner*innen!

Allgemein Veranstaltungen

Am 12. Januar 2017 haben wir das neue Kapitel21-Jahr mit einem Besuch der Ausstellung Things to Come in der Deutschen Kinemathek begrüßt. Souverän geführt wandelten ungefähr 20 fertige und werdende Zukunftsforscher*innen durch futuristische Räume, in denen uns filmische Zukünfte aus vergangenen Zeiten begrüßten. Drei thematische Welten erlebten wir: den Weltraum, die Gesellschaft der Zukunft und das Fremde. Spannend, wie sich gemeinsame Elemente und Vorstellung über Jahrzehnte und zahlreiche Zukunftsfilme hinweg erhalten; niedlich, wenn man die Visionen der ersten SciFi-Regisseure und den Blick hinter die Kulisse, auf ihre Umsetzungen werfen darf; begeisternd, wie die technischen Möglichkeiten, zunehmend erstaunlichere Effekte erlauben; verstörend, wenn manche Filmkreatur plötzlich genau vor einem steht.

Unsere einhellige Zukunftsexpert*innen-Meinung: Diese Ausstellung ist einen Besuch wert – und das noch bis zum 30. April 2017!

Allgemein Veranstaltungen

Als Kapitel 21 veranstalteten wir auf dem diesjährigen Huddle des Masterstudiengangs erstmalig einen methodischen Workshop unter der Leitung der Foresight-Expertin und -Beraterin Cornelia Daheim. 20 Teilnehmer*innen, darunter eine ganze Zahl neuer Kapitel21-Mitglieder war dabei.

In der Zukunftsforschung wurden in den letzten Jahren neben den traditionellen, analytischen Herangehensweisen viele Ansätze entwickelt, die das Prinzip der „aktiven Erfahrung“ und Gestaltung von Zukunft in den Vordergrund rücken. Neben Design Fiction gehören dazu besonders die Verbindung von Szenariomethoden mit theatralen Verfahren (= „Scenario Enactments“), wie sie bereits seit langem zum Beispiel im Community Theatre zum „Empowerment“ von Gruppen genutzt werden, und die nun auch in klassischen Projekten mit Unternehmen und Institutionen Eingang finden.

Der Workshop führte anhand einer praktischen Erprobung in die Möglichkeiten des Scenario Enactments ein. Szenarien wurden aktiv „erspielt“, d.h. z.B. mit Methoden des Improvisationstheaters oder des „Scene Scripting“ durch die Teilnehmenden entwickelt und „durchgespielt“. Einer Eingangspräsentation in die Thematik folgte das Selbst-„Erspielen“ von Szenarien. Alle haben mitgespielt!

Spielszene beim Workshop Scenario Enactment
Spielszene beim Workshop Scenario Enactment

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In der Ausstellung – Foto: Bernd Stegmann
In der Ausstellung – Foto: Bernd Stegmann

Ein Neujahrsempfang, der sich der Dystopie widmet – oder dem, was der Künstler, der die Werkreihe schafft, darunter fasst. Einen besseren Start ins neue Kapitel21-Jahr könnte es kaum geben, dachte sich der Vorstand und lud deshalb am Freitag, den 8. Januar, alle Mitglieder und Interessierten in die kleine Galerie cubus-m im „Kunstkiez“ rund um die Potsdamer Straße.

Kompetent vom Galeristen geleitet und mit offenen Augen für mögliche Verbindungen zwischen Kunst und Zukunftsforschung erlebten wir die Ausstellung „Dytopia/Fugen“ des in Kiel lebenden Künstlers René Schoemakers. Seine Kunst beschreibt cubus-m auf ihrer Homepage als „beinahe altmeisterlichen, präzise naturalistischen Stil, gleichzeitig jedoch sind seine Werke stets im konzeptuellen Sinne miteinander verbunden. Sie bilden gedankliche und visuelle Zusammenhänge, lösen dabei aber klassische narrative Strukturen oder repräsentative Absichten im Sinne des Naturalismus komplett auf“. Wiederkehrende Motive, Symbole, ideen- und kunstgeschichtliche Anleihen, die Inszenierung der eigenen Person, Frau und Töchter – ein Gesamtwerk, auf das sich selbst einen Reim machen muss, wer es betrachtet. Des Rätsels Lösung scheint es nicht zu geben, stellen wir fest.

Da wir unseren Besuch schon im Vorhinein angekündigt hatten, hatten wir das Glück, dass René Schoemakers selbst sogar ein paar Worte zu seinem künstlerischen Ansatz, dem Verhältnis von Kunst und Zukunftswissenschaft, wie er es (nicht) sieht und einen Buchtipp zu erhalten. Diese wollen wir allen, die nicht kommen konnten, natürlich nicht vorenthalten:

Schoemakers über seine Arbeit

„Meine Arbeiten handeln im Grunde genommen alle von der Leibgebundenheit und einem tiefen Misstrauen gegenüber jeder Art von Überzeugungssystemen. Natürlich auch gegenüber dem Überzeugungssystem, das misstrauisch ist gegenüber allen Überzeugungssystemen.

Vielleicht kann man es so auf den Punkt bringen: mich interessiert die extreme Spannung zwischen konkreter leibgebundener individueller Existenz und jeder Form von allgemeiner systematischer begrifflicher Ordnung, also Glaubenssysteme, Theorien, politische Ordnungen, gesellschaftliche Formationen. Meine Arbeit ist extrem materialistisch und idealistisch zugleich. Mich interessieren die extremen Pole; also das Sinnliche und das Intellektuelle auf die Spitze zu treiben, um den Betrachter in jedem Fall zu überfordern. Für Wohlfühl-Oasen und Wellness-Lounges gängiger Sinnangebote und wohldosierter Verstörung müssen andere sorgen.

Ich bin nur Pippi Langstrumpf: Ich mach, was mir gefällt.“

Schoemakers über das Verhältnis von Kunst und Zukunftswissenschaften

„Eigentlich passt die Arbeitsweise des Künstler systematisch nicht in das Konzept einer Wissenschaft, die versucht zu beschreiben, wie zukünftige Zustände aussehen mögen bzw. wie sich intendierte zukünftige Weltzustände realisieren lassen.

Der Künstler ist bei seinem Tun systematisch desinteressiert an der Zukunft „seines Werkes“ als Gegenstand prospektiver Erkenntnis. Das Werk ist das Werk, das sich ergeben haben wird, wenn es vollendet ist. Insofern lauert der Künstler schon auf das Ergebnis seiner Bemühungen, aber das Ergebnis seines Tuns ist nicht die Werkgestalt, die sich möglicherweise in der Zukunft realisiert haben wird aufgrund seines planenden Tuns, sondern aufgrund der vielen größeren und kleineren Abweichungen von seinen Vorstellungen, die er sich begleitend während des Werkprozesses macht.

Der Künstler ist süchtig nach freudigen Enttäuschungen seiner Erwartungen.

Und radikal offen für das, was entsteht.

Insofern ist er nur schwer in Dienst zu nehmen für das Ausspähen und Zurechtmodeln der Zukunft. Die Zukunft möge kommen und überraschend sein. Natürlich will der Künstler sich auch keineswegs nützlich machen. Das wäre das Ende der Kunst. Und der Anfang der Dienstleistung.“

Schoemakers Buchtipp für Zukunftsforscher*innen

„Pflichtlektüre für Futurologen: Thomas Mann – Joseph und seine Brüder. Alle Bände.

Nicht jetzt wegen des nichtlinearen, zyklischen Zeitverständnisses („Einst“ – als doppelgesichtiger Begriff), sondern wegen der Beschreibung lässiger selbstreflexiver Gestaltung von Gegenwart und Zukunft aus dem Geist der Vergangenheit, die Zukunft immer schon in sich trägt. Man muss sie nur lesen und Wirklichkeit werden lassen.

Tief ist der Brunnen der Vergangenheit – aus dem wir gegenwärtig das Wasser zum Bestellen zukünftiger Felder und Ernten ziehen.“

Und welche Zusammenhänge, Implikationen und „Nützlichkeiten“ können wir aus den Arbeiten ziehen? Vielleicht, dass gerade uneindeutige Motive kreative Denkräume öffnen können. Vielleicht dass es im Verhältnis von Kunst und Zukunftsforschung nicht darum geht, sie nutzbar zu machen, sondern Inspiration zuzulassen, die sich nicht in überprüfbare Ergebnisse übersetzen lässt. Vielleicht aber auch etwas ganz anderes. Ein Teil der Gruppe diskutierte diese Fragen in einer Bar um die Ecke weiter. Der andere Teil ging mit Gedanken nach Hause, die sich schon irgendwo zwischen Leib und Denksystem festgesetzt haben werden.

(JK)

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